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Montag, 9. Juni 2014

Warnung vor mycoupon.tv

Sie würden gerne ein Schnäppchen machen, wollen aber nicht über den Tisch gezogen werden? Dann kann ich nur vor mycoupn.tv (auch teilweise schon unter anderen Adressen in Internet unterwegs) warnen. Hier wird mit dem Versprechen geködert, Gutscheine von bekannten und beliebten Anbietern (wie Amazon, iTunes, Aral, usw.) zum halben Preis (50% Rabatt) zu bekommen. Ja, bei so einem Versprechen sollte man skeptisch sein – und zwar zu Recht.

Das Angebot hält nämlich an keiner Stelle das, was es verspricht.

- Das fängt bei der Gutscheinauswahl an: Sie wollten einen Amazon- oder Aral-Gutschein? Den gibt es nur, wenn sie in der richtigen/niedrigsten Preiskategorie, z. B. 10,-, einen Gutschein zum halben Preis erworben haben. Haben Sie also einen Gutschein für 25,-, tja dann müssen sehen, was es in dieser Preisgruppe für Sie gibt – wahrscheinlich nichts Passendes, das neben dem versprochenen Gutschein doch nur weitaus höhere Folgekosten mit sich bring; dazu unten mehr.

- haben Sie doch den richtigen Gutscheinwert ausgesucht, heißt dies noch lange nicht, dass Sie den gewünschten Gutschein bekommen. Denn der Anbieter behält sich hier vor verschiedene Gutschein-Anbieter zu einer Gruppe zusammenzufassen, aus der man dann „nach Verfügbarkeit“ einen Gutschein erhält – dreimal dürfen sie raten, welchen Gutschein sie am Ende bekommen! Bestimmt sind die Amazon & iTunes-Gutscheine immer (sofort) alle und sie bekommen... irgendwas, dass Sie nicht brauchen können. 

- Letztlich kann man dann innerhalb der Wertgruppe für seinen Gutschein einen Anbietergutschein erwerben; dabei finden sich dann so tolle Sachen wie etwa ein Lamborghini-Fahr-Gutschein für 50,- Euro, usw. Leider kostet die tatsächliche Fahrt beim Anbieter dann 250 Euro aufwärts, sodass ihr Gutschein höchstens als "Lockmittel" gesehen werden kann. Und so geht das in einer Tour weiter; es gibt wohl kein Angebot ohne Pferdefuß (Reisegutscheine mit der Verpflichtung besonders teure Zimmer zu nehmen, bei Eintrittsgutschein ist es so, dass der Eintritt vor Ort für jedermann oft zu einem niedrigeren Preis zu haben ist, als mit dem Gutschein, etc, etc...)

- der eigentliche Betrug ist allerdings in den Abwicklungsmodalitäten versteckt. Die AGB unterläuft glatt das Fernabsatzgesetz bezüglich des gesetzlichen Rückgaberechts, indem in einer Klausel "vereinbart" wird, dass das "Widerrufsrecht erlischt vorzeitig, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf Ihren ausdrücklichen Wunsch vollständig erfüllt ist, dass heißt der Gutschein an den Beschenkten ausgeliefert wurde, bevor Sie Ihr Widerrufsrecht ausgeübt haben." Da die tollen Gutscheine i.d.R. sofort per Email ausgeliefert werden, gibt es hier kein Rückgaberecht!

- Derartige Zusammenhänge werden bewusst verschleiert. So gibt es auf der Webseite von mycoupon.tv (die zur Yourdays Media AG gehört) eine mehrseitige, vertrauenerweckende "So funktioniert's"-Seite. Die letztlich nur aus bunten Bildern und etwas Text versucht einen "seriösen Eindruck" zu erwecken; aber keine wirklichen Informationen bietet. Auf der besagten Seite findet sich lediglich der unspezifische Hinweis, "Es besteht keinen Anspruch auf einen bestimmten Gutschein."  Wer hier denkt, es bestünde eventuell kein Anspruch auf einen Gutschein in einer bestimmten Farbe oder mit einem bestimmten Motiv (die Gutscheine werden gerne zum Valentinstag o. Ä. unters Volk gebracht, und eher in die Richtung denkt) oder eben von einem bestimmten Anbieter (siehe die beiden ersten Punkte)!

(- Diese Zusammenhänge werden insofern auch mit der zweifachen Bedeutung des Wortes Gutschein verschleiert. Wer Gutschein liest, der denkt an den Gutschein des gewünschten Anbieters (Amazon, Aral, etc.), wenn auf der Seite aber von Gutschein die Rede ist, meinen sie ihre sogenannten „Gutschein“ für den Erhalt eines Anbietergutscheins. So etwas gibt es zwar auch bei anderen Anbietern, aber nicht mit den beschriebenen Einschränkungen, sodass man am Ende hier eben nicht bekommt, was man möchte.)

- Besonders tückisch an der Seite ist, dass auf den ersten Blick ähnlich, wie von bekannten, seriösen Anbietern wirkt (etwa BestChoice).

- Neuerdings lässt die Firma mit der Bestätigung der AGBs auch gleich noch das Abonnement abnicken.

Die Höhe ist schließlich, dass WEB.DE über seine eigenen "Best Price" Angebote auch noch für so unglaublich unseriösen Anbieter auch noch Werbung macht und damit noch die Stange hält! (Ich vermute, dies geschieht auch bei WEB.DE nicht ganz uneigennützig, nimmt man doch für Support-Anrufe, die in so einen Fall fällig werden, richtig Geld. Das ist auch ein Geschäftsmodell.)

Liebe Leute, ich kann auch nur von mycoupon.tv / YOURDAYS Media AG abraten.
Wer seine Lieben oder sich selbst mit einem Gutschein beschenken möchte, sucht vielleicht einen lokalen Anbieter und kauft einen echten Gutschein oder greift direkt auf die Gutscheine betreffenden Online-Anbieter zurück. Es schadet nicht, auch andere zu warnen.

Hier noch einige Links von Leuten, die schon "Probleme" mit der netten Firma hatten:
-  Yourdays Media - Ferrari...Lamborghini fahren für 25EURO
- Mehrere Beschwerden über den Anbieter auf ReclaBox, ohne Anwalt geht hier scheinbar gar nichts.
- Web.de (Best Price) wirbt für unseriösen Anbieter: mycoupon.tv
- vor einiger Zeit gab es auch auf myDealz noch einige Warnungen zu dem Anbieter; diese wurden aber gelöscht (Abmahnungen? Tja, ...)

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Quelle: https://www.flickr.com/photos/o5com/4951598106/
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ 

Freitag, 14. März 2014

Warnung vor FastestTube Youtube downloader Erweiterung

In meinem letzten Beitrag hatte ich allgemein vor der Browserextension FastestTube Youtube Downloader (die für nahezu jeden Browser zu haben ist) gewarnt.

Nachdem ich einen Welt/Bild Artikel über Bad-ons [1] gelesen hatte (hier eine Zusammenfassung des mittlerweile per einstweiliger Verfügung kassierten Artikels), habe ich noch etwas zur FastestTube-Erweiterung recherchiert. Leider zeigte sich schnell, FastestTube ist:

  • klassische Adware (installiert, wie jedoch zumindest eingeräumt wird, das Werbetool AdLesse)
  • potenzielle Spyware (sammeln von Namen, Emails, Kreditkartennummern!)
  • und insgesamt ein Risiko (nachladen beliebigen Codes, nach Hause telefonieren)
Die beiden letzten Punkte sind nicht zwangsweise erfüllt, auch wenn sich dafür Anzeichen fanden (siehe Link Spyware).
Bei dubioser Software, von wenig vertrauenserweckenden Herstellern, ist jedoch immer die Gefahr gegeben, dass sie sich von bloß "schlecht" zu "böse" verwandeln (»turn from bad to evil«). Etwa wenn diese an Kriminelle weiterverkauft und dann missbraucht wurden, wie im Falle der beliebten Chrome-Erweiterungen "Add to Feedly" und "Tweet this Page" geschehen.

Fazit: Finger weg von FastestTube Youtube Downloader -> nicht installieren unf falls schon geschehen, wieder deinstallieren.
Für Alternativen zum Downloaden von Youtube-Videos siehe meinen vorherigen Beitrag sowie die Lösung aller Youtube Probleme: Youtube Center.

- Aufgrund der aufgeworfenen Problematik mit Bad-ons ist gar zu überlegen, ob man automatische Updates für Extensions im Browser nicht besser deaktivieren sollte.
Einerseits verliert man damit ein Stück Komfort und verpasst ggf. zeitnahe (kritische) Updates für installierte Erweiterungen. Dafür ist man aber vor der Übernahme von Erweiterungen durch Kriminelle geschützt.

Update: Mittlerweile ist die Erweiterung auch aus dem Chrome Web Store entfernt worden; aus gutem Grund, wie ich meinen möchte.

[1] Bad-Ons: Ein entsprechender Neologismus für Safari könnte "Badtensions" lauten. :-)